Afrika 2003

Es geht wieder los! 2003 fahren wir mal nach Simbabwe. Dort waren wir noch nicht, und es bietet sich für die Weiterreise nach Mosambik an, wo wir auf jeden Fall hinwollen.

September 2002

Erste Angebote der Flugbörse für D – SA liegen vor.

Z. B. Frankfurt – Johannesburg über Paris mit Air France vom 8. Januar bis 8. Februar 2003 für ca. 600 Euro.

In der verbleibenden Zeit kümmere ich mich um einen Portugiesischkurs, da wir auch wieder unsere Freunde in Mosambik besuchen wollen.

Oktober 2002

Urlaubsantrag für 4 Wochen genehmigt. Ein Portugiesisch-Wörterbuch und einen Sprachkurs habe ich schon erstanden, Simbabwe Reiseführer soll noch folgen. Die Mietwagenbuchung muß jetzt auch in Angriff genommen werden. Geplant ist ein Jeep (Toyota Hilux Campingaufbau. In die engere Auswahl sind www.drive-africa.de und www.4x4camper.de gekommen. Die günstigsten Angebote liegen bei 65 Euro/Tag. Einen normalen PKW bekommt man für die Hälfte aber Dagmar sagt Allrad muß sein.

September 2002

Ich versuche noch den Mietwagenpreis zu drücken, da teilen mir die Vermieter mit, dass für 2003 alles weg ist. Dagmar hat jetzt über DER Tour Zwickau einen VW Chico gebucht. Von wegen Allrad. Es ist die zweitkleinste Mietwagenkategorie. Sonderausstattung sind die hinteren Türen.

Dezember 2002

Die Visa sind eingetrofffen.
8.1.03, Plauen – Frankfurt/M – Paris – Johannesburg

Da wir sehr pünktlich in FFM sind, können wir 2 h eher nach Paris. Die gewonnene Zeit müssen wir aber auf dem Pariser Flughafen wieder absitzen. Mit der billigsten Flasche Wein aus dem Duty-Free vergeht sie dann aber etwas schneller und uns ist auch nicht mehr ganz so kalt. Abflug ist um 0.30 Uhr nach Joburg mit einer B737-400
Südafrika

9.1.03, Johannesburg – Graskop

Der Flieger landet 12.30 bei Regen in Jo-burg. Wir übernehmen unser Auto, einen Golf I, Chico bei Hertz am Flughafen. Es ist ein fast neues Fahrzeug. Die 1985 in Deutschland eingestellte Produktion wird in Südafrika weitergeführt. Fahrzeuge dieser Modellreihe sind der häufigste Kleinwagen auf südafrikanischen Straßen. Rein in’s Auto und los geht es. Rauf auf die Stadtautobahn und immer schön links halten. Als wir gegen 19.30 Uhr im “Greeen Castle” in Graskop ankommen, ist aus dem Regen ein handfestes Gewitter geworden. Es ist bereits dunkel und im Ort ist wegen des Gewitters der Strom ausgefallen. Obwohl wir nicht angemeldet sind, kommt uns Andre, der Chef schon mit der Taschenlampe entgegen und sagt sinngemäß: “Hier seid ihr richtig”. Im Backpacker treffen wir Franzosen und Holländer. Der Strom bleibt den ganzen Abend weg.

erste BP-Unterkunft the green castle, graskop am Eukalyptusforst Berlin falls lone creek wasserfälle

10.1.03, Graskop

Am Morgen fahren wir zu Graskop-Supermarkt. Erste Anschaffung ist neben Lebensmitteln ein Regenschirm, da es immer noch regnet. Wir machen eine Rundfahrt über Hazyview, Sabie und die Lone Creek Falls. Vorbei an Pilgrims Rest kommne wir zu “Gods Window”, einem Aussichtspunkt mit fantastischem Blick, wenn gerade kein Nebel ist. Da aber nur 20m Sichtweite sind, macht es keinen Sinn und wir kehren wieder um. Abendessen gibt es in der Pizzeria in Graskop. Im Green Castle bei Andre holen wir erste Informationen über Simbabwe ein. Das Ergebnis ist ziemlich entmutigend. Keine Lebensmittel, kein Benzin bzw. hunderte Meter lange Warteschlangen an den Tankstellen. Aus Zeitungsartikeln an der Pinnwand ist zu erfahren dass viele Simbabwer durch den krododilhaltigen Limpopo nach SA fliehen, nur um sich sattessen zu können.

Einige Orte an denen wir vorbeikommen, haben wir 2001 schon einmal besucht, als Graskop der nördlichste Punkt einer Ausfahrt von Nelspruit aus war.

blick von gods window regenwaldnaturlehrpfad bei gods window parkplatz an den lone creek wf noch ein wasserfall

11.1.03, Graskop – Tzaneen

Wir haben zum ersten Mal Sonne und wiederholen die Ausfahrt zu Gods Window. Der Ausblick ist natürlich in der Realität viel eindrucksvoller als auf dem Foto. Über den den Aussichtsfelsen führt eine Art Regenwald-Naturlehrpfad. Wir fahren noch einige Wasserfälle an und besuchen die bourkes luck potholes. Von da aus geht es nach Tzaneen zu Satvik Backpackers in Georges Valley. Dort treffen wir Chemnitzer, Hallenser und einen Südafrikaner. Die Unterkunft in Tzaneen liegt am Ufer eines Stausees. In den Baumwipfeln raschelt es verdächtig und jemand hat auf deutsch in das Gästebuch geschrieben “Vorsicht, die Affen klauen euer Brot”. Wir werden auch darauf hingewiesen, die Küchenhütte verschlossen zu halten.

bourkes luck potholes Folkloregruppe an den Potholes Souvenierhändler am Straßenrand Obststand an der Hauptstraße

12.1.03, Tzaneen

Rund um Tzaneen besuchen wir das Fani Botha Naturreservat am anderen Ende des Stausees, die Gaststätte Wheelbarrow (Schubkarre) im Stil eines botanischen Gartens zwischen Wäldern und Teeplantagen, einen Wasserfall mit Bade- und Grillmöglichkeit und einen großen Baobab (Affenbrotbaum) mit einer Bar im Stamm. Am Abend grillen wir und unterhalten uns bei Bier und Wein mit Südafrikanern über deutsche Autos und andere Belanglosigkeiten.

Satvik Backpackers in Georges Valley, Tzaneen Wasserfall mit Bademöglichkeit bei Tzaneen Der Große Baobab bei Tzaneen Der Stamm des großen Baobab mit der Bar

13.1.03, Tzaneen – Louis Trichardt – Messina

Von Tzaneen aus fahren wir am Morgen Richtung Norden nach Messina, der letzten Stadt vor der Grenze zu Simbabwe. Als wir an der Landstraße Rast machen kommt uns ein einzelner Schwarzer entgegen, der uns zu verstehen gibt, dass er hungrig und durstig ist. Wir geben ihm etwas zu essen und trinken und erfahren, dass er aus Simbabwe kommt und auf der Suche nach Arbeit ist. Keine ermutigenden Aussichten für unsere geplante Tour. Weiter geht es nach Norden. Die vermutlichen Außen- und Fahrzeuginnentemperaturen (keine Klimaanlage)liegen bei 35 – 40°C. Kurz vor Messina befindet sich unweit der Hauptstraße das Ben-Levin-Naturreservat, dem wir einen Besuch abstatten. Später wird mir klar, dass es ziemlich dumm ist in der Mittagshitze einen Wildpark aufzusuchen da es kaum etwas zu sehen gibt. Am Ende bekommen wir doch noch drei Giraffen zu Gesicht. In Messina fahren wir zuerst zum Tourist-info um ums eine Unterkunft empfehlen zu lassen. Auch über die Weiterreise nach Simbabwe wollen wir uns informieren. An der letzten Kreuzung vor dem Büro würge ich peinlicherweise den Motor ab. Beim Startversuch bricht die Spannung zusammen. Wohl ein typischer Fall von Batterie kaputt. Da wir schon vor dem Büro sind, wird das Auto erstmal in die Parklücke geschoben. Die Dame vom Tourist-info empfiehlt uns das Hotel Limpopo-River-Lodge und reserviert auch gleich. Freundlicherweise dürfen wir auch das Telefon benutzen um die Hertz Servicenummer anzurufen. Ich erkläre dem Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung, dass das Auto nicht mehr anspringt und warum ich eine defekte Batterie vermute. Wir werden gefragt ob wir zur nächsten Hertz-Station nach Pietersburg (ca. 150 km) kommen können. Im Prinzip ja, da sich das Auto problemlos anschieben läßt aber wer weiß ob es nicht irgendwo auf weichen Sandboden ausgeht und dann ist es mit dem Anschieben nicht mehr so einfach. Am einfachste wäre es im örtlichen Teilehandel (so ´ne Art Südafrika-ATU) eine neue Batterie zu kaufen, aber das Geld dafür bekommen wir wohl nicht zurück. Ich habe ihn so verstanden dass er sich noch einmal meldet weshalb ich Adresse und Telefonnummer des Hotels angebe. Bezüglich Simbabwe können wir nichts Konkretes erfahren, aber die Meinung der Angestellten ist, dass es möglich ist. Mit ein paar Rand/Euro/Dollar wird man sicherlich immer irgendwie weiterkommen. Mittels Anschieben bringen wir den Golf wieder zum Laufen und quartieren uns in der Limpopo-River-Lodge ein. Bei einem späteren Startversuch springt das Auto dann sofort wieder an. Auf der Bank fragen wir nach Simbabwe Dollar. Uns wird erklärt, dass niemand in Südafrika Simbabwe-Dollar kauft oder verkauft. Fast überall wor wir mit Einheimischen sprechen bekommen wir zu hören, dass es sehr heiss ist. Na wenn die es schon sagen muss es wirklich heiss sein. Unser Zimmer im Hotel hat eine einfache Klimaanlage, die voll aufgedreht die Temperatur ein paar Grad absenkt.

14.1.03 Messina

Gegen 9.00 Uhr werden wir ungeduldig da Hertz sich noch nicht wieder gemeldet hat. Als ich das dritte Mal die Servicenummer anrufe heist es, dass ein Mitarbeiter unterwegs ist. Im Straßencafe gegenüber verbringen wir die Wartezeit bei kaltem Bier, immer unser Auto im Blick. Kurz vor Mittag trifft dann tatsächlich ein Hertz-Toyota-Tatz ein. Obwohl der Golf im Moment wieder problemlos anspringt, stimmt der Herr von Hertz mir zu, dass die Batterie eine Macke hat. Er tauscht die Batterien der beiden Autos gegeneinander aus unternimmt einige Startversuche und erklärt, dass das Problem behoben ist. Da wir bei ca. 40°C in der Sonne stehen, lade ich ich auf ein Getränk ein. Er füllt noch einige Papiere aus und meldet Vollzug, was derart geschieht, dass er per Handy kurz die Zentrale anklingelt und sich zurückrufen lässt. Irgendwie sind seine Vorgesetzten aber mit dem Stand der Dinge nicht zufrieden. Er bekommt die Anweisung uns das Auto zu übergeben mit dem er gekommen ist und mit dem Golf zurückzufahren. Dazu müssen wir aber auch die Batterie zurücktauschen. Nach einer weiteren halben Stunde in der sengenden Sonne dem Umräumen unseres gesamten Gepäcks und dem Ausfüllen eines neuen Mietvertrages sind wir dann endlich fertig. Nach 1262 km haben wir anstatt des Golf I einen Toyota Tazz 130. Fast genauso groß, auch weiß aber jetzt mit Radio. Wir fahren die 12 km bis zum Grenzübergang weil wir wissen wollen wann morgens geöffnet wird, da wir zeitig loswollen. Der Übergang ist 24 h auf, heist es.

Teeplantage bei Tzaneen Wenn anhalten dann nur im Schatten Erstes Großwild im Ben-Levi-Natur-Reservat bei Messina Morgens um sechs in Afrika,Limpopo River Lodge, Messina, Aufbruch nach Simbabwe

15.1.03 Messina Bulawayo

Morgens 6.30 Uhr sind wir am Grenzübergang Messina(SA) – Beitbridge (ZW). Wir versuchen möglichst zeitig unterwegs zu sein um die Morgenstunden mit ihren etwas angenehmeren Temperaturen für die Fahrt zu nutzen. Grenzübertritt in Afrika ist etwas anders als man es von Mitteleuropa gewöhnt ist. Über die Limpopobrücke unmittelbar vor dem Grenzübergang ist erst einmal Brückenzoll fällig. Bei der Einfahrt in den Übergang bekommen wir am Tor einen kleinen Zettel, den Gate-pass für das Auto. Dann Fahrzeug parken und rein in die Station zur Passkontrolle. Die Ausreise aus Südafrika geht einfach mit Stempel in den Pass und fertig. Die Einreise nach Simbabwe ist da schon bürokratischer. Erstens Visagebühr 30 Euro/Person. Für das Auto muss man bei der Einreise nach Simbabwe einen ganzen Haufen Formalitäten erledigen. An Papieren haben wir lediglich einen schlecht kopierten Mietvertrag. Die Zulassungsplakette klebt bei südafrikanischen Fahrzeugen innen in der Frontscheibe. Zweitens Carbontax, eine Abgassteuer. Berechnet wird nach Hubraum. Unser Auto heist Toyota Tazz 130, hat wohl 1300 ccm. Das ist die kleinste Hubraumklasse (bis 1600ccm), macht 54 Rand. Drittens TIP = Temporary Import Permit (vorübergehende Einfuhrgenehmigung). In dieses Papier sollen alle Details zum Auto rein bis hin zu Motor- und Radionummer. Das meiste entnehme ich den Mietvertrag, was nicht lasse ich weg. Überprüft wurden diese Angaben nie. Viertens Third Party Insurance (Haftpflichtversicherung). Die kostet 195,- Rand für PKW – ach nein das ist ja ein Mietwagen da kostet das 344,- Rand. So ein Mist, hätten wir vielleicht lieber dezent geschwiegen. Aber vielleicht ist es besser so, wenn doch was passiert und die Police ist nicht korrekt … Aber der Versicherungsverkäufer läßt mit sich reden wir bekommen einen Sondertarif von 250,- Rand. Na, wenigstens etwas. Als wir später den Beleg studieren sind darauf nur die 195,- Rand für den einfachen Tarif eingetragen. Alle Pflichtgebühren sind für Nicht-Simbabwer in konvertierbarer Währung zu zahlen (Rand, Dollar, Euro, Pfund).

Simbabwe

Endlich haben wir alle Kassen passiert und geben am Ausgangstor unseren Gate-Pass wieder ab. Wir dürfen passieren und sind in Simbabwe. Unmittelbar hinter dem Tor, noch in Sichtweite der Beamten stehen Ansammlungen von Jungs und Männern die dicke Geldscheinbündel gegen die Autoscheiben drücken. Wir tauschen natürlich nicht, man hört ja so einiges wie man beschissen werden kann. Scheinbar wird aber nichts dagegen unternommen, zumal überall auf Aushängen zu lesen ist, dass Geldwechsel ein Vorrecht des Staates und unautorisierter Umtausch strafbar ist. Naja, egal Gas geben und ab ab durch Afrika Richtung Bulawayo. Im ersten größeren Ort gehen wir in eine Bank um Geld zu tauschen. Eine Tafel mit den Umrechnungskursen hängt auch aus. Als wir an der Reihe sind, bekommen wir aber kein Geld, sondern die Mitteilung, dass in der Bank kein Geld gewechselt wird, wir sollen mal mit nach nebenan gehen. Das Hinterzimmer des Nachbarhauses, in das man uns führt ist aber genausowenig vertrauenserweckend wie die Geldwechsler am Straßenrand. Wir lehnen dankend ab und fahren weiter. Irgendwo wird es ja wohl eine legale Umtauschmöglichkeit geben! Im nächsten Ort finden wir sie auch in Form eines Geldautomaten. Laut Aufkleber ist die Auszahlungssumme auf 20.000 Simbabwe-Dollar begrenzt, was wir mittles Visa-Card auch in Anspruch nehmen. Unterwegs kommen wir an einigen Tankstellen vorbei, die aber entweder die Zufahrt mit Sperrkette verschlossen haben, oder auf aufgestellten Tafeln mitteilen: “no fuel” – kein Benzin – Versuch zwecklos. Manchmal stehen auch Autos in bis zu 100 m langen Warteschlangen vor den Tankstellen. Die meisten Wagen sind allerdings nicht besetzt. Irgendwann scheint es aber doch Benzin zu geben, vielleicht haben wir mal Glück. In Bulawayo fahren wir zum “Afrika-Sun-Backpacker”, die Unterkunft deren Beschreibung im “Reise-Know-How” mir am besten gefallen hat.

am Straßenrand in Simbabwe Africa sun backpacker, Bulawayo

Es ist eine außerhalb der Stadt gelegene Villa mit Pool. Das ist erstmal am wichtigsten, nach ca. 6 Stunden im Auto bei 40°C. Am zweitwichtigsten sind Bezugsmöglichkeiten für Bargeld und Benzin, den die 20.000 Zim-$ aus dem Automaten reichen sicher nicht allzu lange. Und wenn wir kein Benzin bekommen, müssen wir wieder umkehren, denn wir sind an dem Punkt, wo das Benzin gerade noch für den Rückweg zur letzten Tankstelle nach Messina reicht. Zwei Telefonate und wir haben wieder Hoffnung. Es heist zwar “there is no fuel in Zimbabwe” – kein Benzin in Simbabwe, aber es heist auch “everything on black market” – alles auf dem Schwarzmarkt. Geld bekommen wir auch zum Schwarzmarktkurs getauscht so ca. 1:1200. Aus der Bank und dem Internet sind mir aber Zahlen von 1:50 – 1:55 in Erinnerung. Das wäre das Zwanzigfache. Das kann doch nicht sein. Die werden uns doch nicht 363 Euro abbuchen für Geld das die Kaufkraft von 25 Euro hat. Haben sie aber doch. Das kommt davon, wenn man immer alles richtig und legal abwickeln will. Die Benzinlieferung soll am nächsten Tag eintreffen. Wir benötigen aber zusätzlich zum vollen Tank noch ca. 30 Liter um von unserem geplanten Ziel, den ca. 400 km entfernten Victoriafällen auch wieder bis Bulywayo zurückzukommen. Und dann brauchen wir wieder Nachschub um Mosambik zu erreichen. Aber darum kümmern wir uns später. Zum Backpacker gehören 5 Hunde. Der Größte ist ein Rhodesian Ridgeback.

16.1.03 Bulawayo

Wir besuchen das Museum in der Stadt, Es gibt umfangreiche Dokumentationen zur Geschichte von Simbabwe, zur Natur und vieles mehr. In der Limerick-Street soll es laut “Reise-Know-How” eine Unterkunft bei Anne und Peter Hutton geben. Da darauf hingewiesen wird, dass Anne Hutton aus Deutschland stammt fahren wir hin, um uns das Ganze anzusehen. Doch bereits am Gartentor empfängt uns ein Schild “Sorry, no accomodation” (Entschuldigung, keine unterkunft). Im Lauf des Tages kommt unsere Benzinlieferung. Aus dem Kofferaum einer englischen Limousine, Baujahr 1960 werden ein altes 20-Liter Blechfass und ein Plastekanister ausgeladen. Beide Behältnisse sind vom Hersteller sicher nicht für Benzin vorgesehen. Mit dem Inhalt tanken wir unseren Toyota randvoll. Der Rest kommt in einen Plastkanister, den uns unsere Gastgeber für die Fahrt zu den Victoriafällen leihen. Zum Tanken wird stets eine kleiner Stock benötigt. Der Tankstutzen des Autos ist innen mit einer Klappe verschlossen, die normalerweise bei Tanken zur Seite gedrückt wird. Aber an vielen Tanksäulen ist der Durchmesser der Zapfpistole zu groß um sie bis an die Klappe zu bekommen, beim Tanken aus dem Eimer gibt es ohnehin keine Zapfpistole. Also muß mit einem Stock der Durchfluß hergestellt werden, sonst läuft alles daneben. Bei dieser Gelegenheit erweitert sich mein englischer Wortschatz, denn wir brauchen einen “funnel” – Trichter, den wir aus einer alten Plasteflasche herstellen. Nachdem alles umgefüllt ist, wechselt ein dickes Geldscheinbündel den Besitzer. Die größten Banknoten, die wir haben sind 500 Zim-$ – entspricht 42 Cent. Wert des Benzin: 40 Euro.

ich im Pool de Victoria-Falls-Backpacker

17.3.03 Bulawayo – Victoria Falls

Wie immer versuchen wir so zeitig wie möglich aufzubrechen, meist wird es aber neun oder zehn bis wir abfahren. Die Entfernung Bulawayo – Vic.-Falls beträgt ungefähr 400 km. Bei 200 km befindet sich das Halfwayhouse. Eine Raststätte mit Tankstelle. Wir frühstücken, Tanken fällt wieder mal aus, die Tankwarte passen auf die leeren Zapfsäulen auf. Ein expeditionsmäßig ausgerüsteter LKW hält neben uns. An den Seiten sind ganze Batterien von Kraftstoffkanistern besfestigt. Wir wissen warum. Weiter geht es nach Vic-Falls. Die Straße führt oft kilometerlang geradeaus. Einmal erblicken wir ca. 100 m vor uns Affen auf der Fahrbahn, die aber bei weiterer Annäherung sofort in den Baumwipfeln verschwinden, so dass Fotografieren nicht möglich ist. Der Name der Victoriafälle bedeutet in der Sprache der Einheimischen “donnernder Rauch”. Dieses Bild finden wir beim Eintreffen in Victoria Falls bestätigt. Der einige hundert Meter hinter dem Ort in die Tiefe stürzende Sambesi erzeugt eine Gischtwolke, die schon von weitem zu sehen ist. Das “Donnern” ist ein im gesamten Ort gegenwärtiges Rauschen. Im “Victoria Falls Backpacker” werden wir – wie sollte es anders sein – von mehreren Großen Hunden begrüßt. Es sind zwei ausgewachsene Boxer sowie eine Miniaturausgabe derselben. Wir sind willkommen, die Unterkunft ist bitte in US-$ zu zahlen. Simbabwe-$ sind auch möglich aber dann rechnet der Hausherr zum Schwarzmarktkurs um. Auf Anfrage werden auch unsere Euro gern genommen. Macht 9 Euro pro Person und Nacht. Benzinanfrage zwecklos. Zu Fuß geht es in den Ort wo wir ständig von Händlern und Schleppern bedrängt werden. Geschnitzte Nilpferde und anderes Getier, Geldumtausch, Hubschrauberflüge alles im Angebot. Da wir uns entschieden haben einen Hubschrauberflug über die Fälle zu machen, gehen wir mit in eines der Büros. Die Preise betragen fast überall 75 US-$, in bar zu zahlen. Wir wollen aber nicht soviel Bargeld ausgeben und fliegen daher nur wenn wir mit Visa-Card zahlen können. Das ist aber aufgrund der derzeitigen verworrenen Währungssituation nicht möglich. So ziehen wir weiter in ein seriös wirkendes Reisebüro und fragen dort nach. Nach einem Telefonat erklärt uns die Dame, dass wir wie gewünscht fliegen können. Dazu müssen wir aber über die Grenze , nach Sambia auf die andere Seite der Fälle. Irgendwelche Gebühren oder Formalitäten sind dazu nicht erforderlich, nur die Pässe bleiben in der Grenzstation liegen.
18.1.03 Victoria Falls

Am nächsten Tag finden wir uns um 10.00 Uhr am Reisebüro ein, um den etwas spontanen Ausflug nach Sambia zu starten. Auf der Ladefläche eines Geländewagens (mit Sitzbänken) geht es zum 1 km entfernten Grenzposten. Der Fahrer verschwindet mit unseren Pässen für wenige Minuten im Abfertigungsgebäude um gleich darauf die Fahrt fortzusetzen. Ein kurzes Hallo zum Posten am Ausgang und drüben sind wir. Wenige Kilometer hinter der Grenze befindet sich der Helikopterstartplatz. Der kleine Hubschrauber fasst bis zu 6 Personen. Durch die Glaskuppel hat man eine fantastische Rundumsicht. Wir fliegen einmal rechtsherum über die Fälle, dann linksherum und ein kurzes Stück den Sambesi hinauf. Die Fotoapparate klicken um die Wette. Der Pilot gibt über Kopfhörer Hinweise wo gerade Nilpferde oder Krokodile im Fluß zu sehen sind. Nach 15 Minuten ist der ganze Spaß vorbei. Beim der Landung warten schon die nächsten Touristen auf den Flug. Unter den laufenden Rotorblättern gehen wir zum Gebäude. Instinktiv ducken wir uns dabei, obwohl das eigentlich nicht notwendig ist. Wohl zu viele Filme gesehen. Abgerechnet wird hinterher. Aus den 75 US-$ sind mittlerweile über 80 geworden. Ich hatte schon vermutet, dass für die Zubringerfahrt und die Grenzformalitäten noch etwas draufgeschlagen wird. Aber was soll´s, das war es uns wert und wer weiß ob wir hier jemals wieder hier herkommen. Auf dem Rückweg fahren wir kurz nach Livingstone, da zwei andere Touristen (erfolglos) in Sambia Geld tauschen wollen. Über die Grenze geht es genauso schnell wie auf der Hinfahrt, Pässe abgeholt und tschüß.

Am Nachmittag besuchen wir den Park unmittelbar gegenüber der Wasserfälle. Eintritt für Nicht-Simbabwer 20 US-$, auch hier werden Euros gerne genommen. Der Wanderweg führt oft bis an den Abgrund heran nur etwas Gestrüpp dient als Absperrung. Der Regenschirm, den wir am ersten Tag unseres Urlaubes erworben haben, leistet uns hier gute Dienste da mit jeder Windböe vom Fluß ein Tröpfchenregen auf uns niedergeht. Wir können zusehen wie sich von der Brücke die Simbabwe mit Sambia verbindet Bungeespringer in die Tiefe stürzen. Unterwegs treffen wir eine Thüringerin die bei einem Schweizer zu Besuch ist. Er hat in Mutare (Ostsimbabwe) eine Hühnerfarm. Da unsere geplante Route durch Mutare führt, erwägen wir einen Abstecher dorthin zu machen. In Victoria Falls gibt es auch ein Büro unseres Autovermieters Hertz. Wir sprechen den Angestellten auf die Frage der Benzinversorgung an. Wenn die Autos vermieten muss man damit auch fahren können.

Wir bereiten die Rückfahrt vor, indem wir den mitgebrachten Bezinvorrat in das Auto umfüllen. Um vielleicht doch noch an Benzin zu kommen erwägen wir in das 70 km entfernte Botswana oder nach Sambia tanken zu fahren. Aber daraus wird nichts. Auch der Mitarbeiter einer Hertz-Agentur die sich im Ort befindet, kann uns in dieser Frage nicht weiterhelfen. Am Abend sehen wir wie ein Angestellter des Backpacker mehrere grüne Kanister in das Gebäude trägt. Und so wie er sie trägt scheinen sie randvoll zu sein. Aber da wir schon einmal erfolglos nachgefragt haben, lassen wir es bleiben. Mit unserem Vorrat sind wir im Moment noch auf der sicheren Seite.

19.3.03 Victoria Falls – Hwange

Auf der Rückfahrt kommen wir am Hwange-Nationalpark, dem Größten in Simbabwe, vorbei. Der Umweg ist nicht allzu groß und so verlassen wir die Haupstraße in Richtung Sinamatella Camp. Nach ca. 20 km Sandpiste, auf der wir schon Impalas und Vögel zu sehen bekommen, erreichen wir den eigentlichen Parkeingang. Hier sind wir die einzigen Besucher und auch sonst macht das Camp einen verlassenen Eindruck. Im Empfangsgebäude hängen einige vergilbte Tierfotofotos an der Wand. Gebühr für den Park 15 US-$ pro Person. Angesichts des äußeren Eindrucks erscheint uns das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr fragwürdig. Eher zum Gehen entschlossen, frühstücken wir auf der Terrasse des Camp-Restaurants. Es bietet sich uns ein fantastischer Ausblick über die Savanne und das Buschland. Nebenan befindet sich ein Laden für Souveniers. Die Inhaberin erklärt uns, dass man normalerweise von hier aus das Wild sehen kann. Durch die Regenfälle der letzten Tage hätten sich aber viele kleinere Wasserlöcher im Busch gebildet, zu denen sich die Tiere zurückgezogen haben. Noch immer skeptisch beschließen wir das Geld zu investieren und durch den Park zu fahren. Für wenige Zim-$ erwerben wir die DIN-A-3 Kopie einer Straßenkarte des Parks, die ist in den 15 Euro Eintritt nicht enthalten. Das Wegenetz besteht aus drei asphaltierten Straßen, die sternförmig das Sinamatella-, das Main-Camp und Robins Camp verbinden. Davon abzweigend gibt es noch etliche Sandpisten. Wir brechen in Richtung Main Camp auf, Entfernung 120 km, Abfahrt 11.00 Uhr, Temperatur 30°C – Tendenz steigend. Wieder einmal haben den Fehler gemacht, in der Mittagshitze duch einen Naturpark zu fahren um Tiere zu beobachten. In den ersten Stunden bekommen wir nur einige Vögel zu sehen. Auf der schmalen Straße sind wir fast allein, nur einmal kommt ein anderes Fahrzeug vorbei. Gegen Nachmittag wir es lebhafter. Zebras und Giraffen und ein Paar Kronenkraniche tauchen auf. Dann der erste Elefant. Er ist vielleicht 100 m entfernt und entfernt sich von uns. Egal – Teleobjektiv und klick-klick-klick, wer weiß ob wir noch einen zu sehen bekommen.

Einige Kilometer weiter kommen wir an eine Pan (Pfanne), eine Weite Ebene mit nur wenig Buschbestand. Am Waldrand stehen Zebras und Giraffen beieinander. Im Sand sind Reifenspuren zu sehen, die von der Straße weg in diese Richtung führen. Wir versuchen unser Glück und rollen langsam durch die Pfanne auf die Tiere zu. Der besseren Übersicht wegen sitze ich (unerlaubterweise) auf dem Türfenster und spähe in die Runde. Wir folgen weiter den Reifenspuren, die in einiger Entfernung an den Tieren vorbei durch die Sträucher führen. Als wir um einen größeren Busch biegen werden wir plötzlich von der Seite antrompetet. Etwa 20 m neben dem Weg steht ein Elefant an seinem Wasserloch und schaut uns unfreundlich an. Die Ohren abgestellt und den Rüssel wild schwenkend trompetet er noch einmal in unsere Richtung. Ich rutsche blitzschnell ins Auto, kurbele das Fenster hoch und sage nur noch “fahre! fahre!”. Der schmale Sandweg windet sich zwischen Dornenbüschen immer weiter ins Ungewisse. Maximal 30 km/h sind drin, können Elefanten nicht bis zu 50 km/h schnell rennen? Wir können nur 20 m in beide Richtungen einsehen, dann kommt eine Biegung. Mit bangen Blick schaue ich ständig wieder nach hinten, immer einen wild um die Ecke trampelnden Elefanten vor meinem geistigen Auge. Wenn jetzt vor uns noch ein Elefant auftaucht würde dann könnten wir weder vor noch zurück. Wo führt dieser Weg überhaupt hin? Ich hatte gehofft, dass er in einem Linksbogen wieder zur Straße verläuft. Aber es geht eher etwas nach rechts und da kommen wir doch nach Botswana oder was? Es sind aber immer noch Reifenspuren zu sehen und die müssen von heute sein, denn in der Nacht hat es geregnet. Mit jeder Kurve schwindet die Hoffnung, dass wir auf diese Weise wieder auf die Straße kommen. um uns herum ist mannshohes Gebüsch, keine Ahnung was 100m weiter vorne ist. Also gehen wir die Sache logisch an: vor uns ist das ungewisse, ein Pfad, der was weiß ich wohin führt. Hinter uns ist das gewisse, ein etwas erschrockener Elefant, der sich vielleicht schon wieder beruhigt hat. Wir sind einmal vorbeigekommen also wird es beim zweitenmal auch klappen. Sollte er uns bösartigerweise den Weg versperren, müssen wir eben warten bis er Platz macht. Allemal besser als mitten im Busch das Auto festzusetzen. Endlich finden wir auch eine geeignete Wendestelle. Langsam geht es wieder zurück. Wie weit wir in unserer Panik gefahren sind, läßt sich schwer sagen, aber 5 km werden es schon gewesen sein. Irgendwann kommt unser Freund in Sicht. Er steht wieder an seinem Wasserloch und lässt uns friedlich passieren. Da müssen jetzt noch zwei riesengroße Steine liegen, die uns in diesem Moment vom Herzen gefallen sind. An der nächsten Wasserstelle machen wir halt und besteigen den Beobachtungspodest. Zwei Elefanten planschen im Wasser, im Hintergrund warten Giraffen darauf, dass sie an die Tränke können. Das wird ja immer besser. Wieder werden die Fotapparate gezückt und Aufnahmen gemacht. Langsam wird es Abend und längst wissen wir, dass sich die Ausgabe für den Hwange-Nationalpark vollauf gelohnt hat. Etwa 10 km vor dem Main Camp kommen wir an einer weiteren Wasserstelle vorbei. Mehrere Fahrzeuge parken schon hier und der vielleicht 50 Leute fassende Beobachtungspodest ist mit etwa 20 Personen gut besucht. Der Anblick übertrifft alles bisherige. Während über 20 Elefanten in einem der Wasserlöcher ausgelassen baden kommt eine weitere, ebenso große Herde aus dem Wald um nebenan ihr Bad zu nehmen. Auch hier warten Giraffen und Zebras in respektvoller Entfernung bis sie ans Wasser können, das dann allerdings nur noch eine Schlammbrühe ist. Videokameras und Fotoapparate klicken und surren um die Wette. Während wir uns darüber unterhalten wie toll das hier ist, sagt ein älterer Herr neben mir: “Es gibt doch keinen Ort auf der Welt an dem man keine Sachsen trifft.” Er ist aus Saalfeld, jetzt schon drei Monate im Land und im übrigen der Meinung dass man in Simbabwe sehr preiswert leben kann. In der einen Woche, die er sich im Hwange-NP aufhält, gab es so viele Elefanten an einem Fleck jedoch noch nicht zu sehen. Wir haben also besonderes Glück, und das alles nachdem wir zuerst so mißtrauisch waren. Kurz bevor wir ins Camp kommen gibt es noch einmal einen Grund anzuhalten. Im Schein der untergehenden Sonne sitzt ein Löwe 50 m neben der Straße. Als die letzten Sonnenstrahlen verschwinden, läßt er sich ins Gras fallen – Dienst beendet.

Im Main Camp erkundigen wir uns als erstes nach einer Unterkunft. Das Empfangsgebäude macht einen etwas besseren Eindruck als jenes im Sinamatella Camp. Es gibt 3 Kategorien an Unterkünften: Budget, Chalet und Lodge oder so ähnlich. Instinktiv buchen wir das billigste. Was? 1000 Zim-$ pro Nacht -und die nächstbessere Kategorie 1250 Zim-$, macht nach Adam Ries mal Schwarzmarkt nur einen Euro. Das wäre ja ein Ding, da nehmen wir doch die bessere Kategorie. Eine Bungalowhälfte mit Bad und abends gibt es sogar warmes Wasser. Irgendwo haben wir gelesen, dass die Tickets für den Park eine Woche gelten und man nur damit verschiedene Leistungen, wie die preisgünstige Übernachtung in Anspruch nehmen kann. Da könnte man doch einen Tag länger bleiben. Um am eine zusätzliche Tour durch den Park zu unternehmen, ist es erforderlich Benzin aufzutreiben. Hier stehen doch überall Autos und hin und wieder fahren sie auch herum. Also muß es doch irgendwo Treibstoff geben. Unser neuer Bekannter aus Saalfeld, mit dem wir zu Abend essen kennt einen der einen kennt von dem wir Benzin kaufen können. Auch einen Angestellten der Parkverwaltung fragen wir ob er uns weiterhelfen kann. Am Ende kommt dann ein Treffen mit einem verkaufswilligen Einheimischen zustande. Ich fahre mit ihm zu seinem Haus, im Dorf unmittelbar neben dem Camp. Im Vorgarten stehen zwei offensichtlich fahruntüchtige Autos. In strömenden Regen machen wir uns an das Umfüllen. Zuerst wird aus einem PKW mit einem Schlauch Benzin abgesaugt. Der nächste Tank ist bereits ausgebaut und braucht nur ausgeschüttet zu werden. Zu guter Letzt wird an einem Fahrzeug durch Öffnen einer Schraube unter dem Fahrzeug Benzin abgelassen. Auf diese Weise kommen 15 Liter zusammen. Wieder wechselt ein Geldscheinbündel seinen Besitzer. Mein Benzinverkäufer zeigt in den Regen und meint, dass das gut aber leider viel zu selten ist.

20.01.03 Hwange

Unsere zweite Rundfahrt führt durch den südwestlichen Teil des Parks über 100 km. So spektakuläre Beobachtungen wie am Vortag können wir dabei zwar nicht machen, aber es gibt trozdem eine Menge zu sehen. So z. Bsp. Elefanten, Giraffen, Zebras, Impalas, Büffel, Hornraben, Schwarz- und Weißstorch u. v. a. m..

21.01.03 Hwange – Bulawayo

Voll mit Eindrücken von der afrikanischen Tierwelt geht es zurück nach Bulawayo. Die geliehenen Kanister geben wir zurück und fassen im Africa Sun Backpacker erneut Bargeld und Benzin, das nun bis Mosambik reichen muß.

22.01.03 Bulawayo – Masvingo

Das nächste Ziel sind die Great Zimbabwe Ruins in der Nähe von Masvingo. Eine Anlage von Steinbauten aus vorgeschichtlicher Zeit, wie man sie bis dahin in Innerafrika kaum für möglich gehalten hat. Auch hier werden die Preise nach Einheimischen und zahlungskräftigeren Ausländischen Touristen geststaffelt . Hier besteht allerdings die Möglichkeit den höheren Preis in Zim-$ zu zahlen was wir auch nutzen. Die 1871 von Karl Mauch erstmals beschriebene Anlage ist auch Fundstätte des Landeswahrzeichens – des Simbabwevogels. In einem vollklimatisierten Museumsraum dürfen wir hinter einer bewachten Glasscheibe die Originale bewundern. Fotografieren verboten. Die Bauten gliedern sich in zwei Teile – die eigentliche Stadt zu ebener Erde mit Befestigungsanlagen und Kultstätten sowie eine unmittelbar angrenzende Festungsanlage auf einem der für Simbabwe typischen kahlen, runden Felshügel. Letztere erinnert durchaus an die Reste einer mitteleuropäischen Raubritterburg. Auf den Befestigungsmauern treiben sich Paviane herum.

Die nächsgelegene Unterkunft ist das “Great Zimbabwe Inn” in unserem Reiseführer noch als “Norma Jeans Inn” verzeichnet. Zuerst die obligatorische Frage “how much is it?” 18.000 Zim-$, nach Schwarzmarkt 15 – 18 Euro für das Doppelzimmer inklusive Abendessen. Wird gebucht. Das Zimmer im Doppelbungalow mit Dusche und WC ist bestens ausgestattet und sauber. Wir werden ausgesprochen freundlich eingewiesen. Die Fenster sollen wir wegen der diebische Affen geschlossen halten, Fernglas und Fotoapparat blicksicher im Nachttisch verstauen. Sollten wir irgendeinen Wunsch haben nur klingeln und man eilt sofort. Das i-Tüpfelchen sind zwei Bett liegende Gute-Nacht-Pralinen. Langsam haben wir das seltsame Gefühl eine Kategorie zu hoch eingecheckt zu haben. Und der Preis von umgerechnet 18 Euro im Hotel-like Zimmer? Achtzehn – english eighteen oder vielleicht doch eighty – achtzig klingt zwar ganz ähnlich, ist aber doch etwas mehr. Den Abend verbringen wir am Ufer des Mutirikwi- Stausees. Immer noch voll banger Ungewißheit geht es zum Abendesssen und zur Nachtruhe.

23.01.03 Masvingo – Mutare

Nach dem Frühstück ist die Stunde der Wahrheit gekommen. Ich hatte doch richtig gehört 18.000 – eighteenthousend Zim-$ zzgl. Getränke. Da ist sogar noch Platz für ein Trinkgeld. Weiter geht es nach Osten über Birchenough Bridge nach Mutare. Unser Ziel ist der südöstlich der Stadt in den Bergen gelegene Bvumba Nationalpark. Auf den letzten Kilometern bietet sich eine Abkürzung an. Wir verlassen die Hauptstraße und fahren durch ein Tal mit einigen kleineren Ansiedlungen, immer so grob Richtung Ost/Südost. So ganz läßt sich die geplante Richtung aber nicht einhalten. Was auf der Landkarte wie eine kurze Verbindungsstraße aussieht, ist tatsächlich bis zu 20 km lang. Hier in den Bergen geht es auch selten geradeaus, sondern serpentinenartig gleich mal in die entgegengesetzte Richtung oder es handelt sich gar um eine Buckelpiste, die zu allem Übel noch nicht mal in unserer Landkarte verzeichnet ist. Bisher haben wir stets Wert darauf gelegt uns nur auf eingezeichneten Strecken zu bewegen. Manchmal scheint der eingezeichnete Straßenverlauf nicht mit der Realität übereinzustimmen. Halb nach Gefühl – halb nach der Karte erreichen wir schließlich den Eingang zum botanischen Garten im Bvumba Naturpark. Wir scheinen die einzigen Gäste zu sein. Am Tor wieder das gleiche Spiel, Eintritt bitte in harter Währung. Macht 15 US-$ pro Person oder den Gegenwert in Rand oder britischen Pfund. Wir haben aber nur noch 15 US-$. Können wir auch in Euro zahlen? – Euro? – Na das ist das Geld wo man jetzt in halb Europa mit bezahlt. Euro kennt er nicht. US-$, Pfund oder Rand! Wir einigen uns auf die Bezahlung zur Hälfte in US-$ und in Rand. Mit mißtrauischen Blick wird die 10-Dollar Note hin- und hergedreht. Scheint hier noch nicht vorgekommen zu sein. Der relativ hohe Eintrittspreis von von 15 Euro für den botanischen Garten ermöglicht es uns die wiederum sehr preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Wir beziehen unsere Unterkunft, einen Bungalow, den wir für uns allein haben. Auf Wunsch wird der außerhalb des Gebäudes gelegene Badeofen eingeheizt. Im Verwaltungsgebäude des Gartens bekommen wir die letzte auffindbare Wegekarte des Parks, ein kopiertes A4-Blatt. Wir entscheiden uns für den mittleren der drei ausgewiesenen Rundwanderwege über ca. 2h. Aber schon an der zweiten Weggabelung kommen Zweifel über Genauigkeit unseres Planes auf. Das scheint alles nicht so ganz hinzuhauen. Aber die Landschaft ist schön und solange hin und wieder ein Wegweiser auftaucht sind wir wohl nicht so falsch unterwegs. Wir kommen auch zu verschieden Orientierungspunkten, so z. Bsp. einem kleinen Wasserfall im Wald der mittels Hydrant an- und abgestellt werden kann. Ich glaub ich bin in MI II. Als die geplanten zwei Stunden fast um sind, ist aber immer noch kein Parkgebäude in Sicht. Eine Villa, die auf der anderen Seite des Tales gelegentlich zu sehen ist, dient als Orientierungsghilfe für die korrekte Richtung. Mittlerweile neigt sich der Tag dem Ende zu und in diesen Breiten wird es nach Sonnenuntergang sehr schnell finster. Endlich führt uns der Trampelpfad aus dem Wald auf einen breiten Weg der uns noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder in den botanischen Garten führt.

24.01.03 Mutare – Beira

Am Morgen fahren wir nach Mutare. In der glühendheißen Stadt setzten wir unsere letzten Zim-$ in Lebensmittel um. Aus dem Internetcafe wird eine Botschaft nach Hause geschickt. Auf dem Fußweg der Innenstadt herrscht reger Betrieb. Plötzlich bückt sich ein junger Mann neben uns nach einem dicken Geldscheinbündel, das vor ihm liegt. Aus seinem Ausruf kann ich noch das Wort “Money” heraushören. Was das Ganze soll ist uns ein Rätsel. Vielleicht sollten wir abgelenkt werden, oder nach dem Aufbewahrungsort unseres Geldes tasten. Es ist jedoch nichts weiter passiert. Wir brechen Richtung Mosambik auf. Der Grenzübergang Machipanda ist ca. 10 km entfernt. Das bekannte Spiel beginnt erneut. Erstmal mit Reisepässen bis an den Schalter den Buschbüros heranarbeiten. Zettel in Empfang nehmen und etwas vom “car” erzählen. Zettel nach besten Wissen und Gewissen (was in diesem Fall nicht viel ist) ausfüllen und wieder zum Schalter. Abgabe aller Zettel, einschließlich der, die wir bei der Einreise für das Auto bekommen haben. Aha, das Auto wird beim Zoll am Nachbarschalter bearbeitet. Die Haftpflicht bekommen wir in der Hütte nebenan. Zahlbar in Meticais oder Rand. Keine der beiden Währungen haben wir passend. Also müssen Euro getauscht werden, was wir zu einem vertretbaren Kurs erledigen. Auch hier werden wir sofort von etlichen, herumstehenden Männern zum Geldtausch gedrängt. Als wir durch Herunterlassen der Scheibe Interesse bekunden, fliegen die Geldscheinbündel regelrecht ins Auto. Wie auf einem Basar wird der Kurs angepriesen. “12.000 for the US-$” wird uns zugerufen. Dieser Kurs ist ganz akzeptabel und wir zeigen Interesse. Wir haben zwar keine US-$ sondern Euro. Dieser steht im Moment jedoch etwas höher als der Dollar, so dass der Händler ein noch besseres Geschäft machen würde. Als wir jedoch die Euro in Gespräch bringen fällt der Kurs rapide und wir hätten vielleicht die Hälfte des tatsächlichen Wertes bekommen. So fliegen die Gelscheinbündel wieder aus dem Fahrzeug und wir starten durch.

Das war also Simbabwe. Bei den häufigen Polizeikontrollen, sei es wegen der Fahrzeugpapiere oder mitgeführter Lebensmittel im Zusammenhang mit der Maul- und Klauenseuche hatten wir zu keiner Zeit das Gefühl schikaniert oder gar abgezockt zu werden. Stets wurden wir freundlich mit der übliche Grußformel “How are you?” empfangen. Unsere Papiere waren in Ordnung und nie wurde unter irgendwelchen Vorwänden versucht eine Strafe einzutreiben, wie man es gelegentlich von Auslandsreisenden hört.
Mosambik

Kaum haben wir die ersten Kilometer mosambikanischer Landschaft genossen, stehen Uniformierte Beamte auf der Straße. Wir rollen langsam heran und werden freundlich durchgewunken. Im ersten größeren Ort eine Tankstelle. Es ist nicht die modernste Anlage aber endlich können wir wieder ganz normal tanken. Wir haben zwar noch kein Geld umgetauscht, aber von unserer Reise 2001 sind noch ein paar Meticais übrig, die uns hier zu gute kommen. Die Zapfpistole passt zwar nicht zum Einfüllstutzen aber das kennen wir bereits und wissen wie man Abhilfe schafft. Nördlich der Hauptstraße Richtung Beira liegt der Gorongoza Nationalpark. Ehemals einer der tierreichsten Parks, wurde in den Jahren des Bürgerkrieges der Bestand arg dezimiert, zumal sich die Renamo das Gebiet als Hauptquartier ausgesucht hatte. Wir machen einen Abstecher von 60 km zum Park. Über die ersten 40 km verläuft eine nagelneue Fernstraße, dann geht es nach rechts in den Busch hinein. Die Zufahrt verläuft über die letzten 20 km auf einem mittelprächtigen Waldweg. Stellenweise geht es auf ebenem Sandboden dahin, dann wieder müssen breite, ausgespülte Quer- und Längsrinnen umfahren werden um nicht aufzusitzen. Wir kommen auch ohne Schäden im Camp an. Eigentlich sind wir weniger wegen der Tiere des Parkes hierhergefahren, sondern weil ich die Hoffnung hatte andere Touristen zwecks Erfahrungsaustausch zu treffen. Aber wir sind wohl die einzigen Gäste. Es gibt einige neuere Gebäude sowie ältere, verlassene mit Einschußlöchern übersäte Bauten. Natürlich ist man interessiert, das wir im Park bleiben. Die Preise für Übernachtung und Safari sind durchaus vertretbar. Da wir aber in Simbabwe schon soviel zu sehen bekommen haben, lehnen wir dankend ab. Wieder geht es 20 km über Stock Stein zurück zur Hauptstraße und dann Richtung Beira, unserem Ziel für diesen Tag. Es wird langsam Abend und somit ist es kurz nach 19.00 Uhr bereits stockfinstere Nacht. Der Straßenbelag wechselt zwischen neu asphaltiert und nicht vorhanden. Immer wieder tauchen Fußgänger aus der Dunkelheit auf oder wir begegnen Fahrzeugen, die nur mit Standlicht oder noch weniger unterwegs sind. Wird ein anderes Fahrzeug bemerkt, betätigt der Fahrer kurzzeitig Hauptscheinwerfer oder Warnblinkanlage um sogleich wieder in die Dunkelheit einzutauchen. Der Sicherheit wegen versuchen wir uns, soweit möglich, hinter einem LKW zu halten. Die Rückleuchten bieten eine gute Orientierungshilfe und sollte doch einmal etwas Größeres im Weg sein, betrifft es uns nicht direkt. Bei den unasphaltierten Teilstücken, die sich über mehrere Kilometer hinziehen sind wir aber komplett in eine Staubwolke eingehüllt, so dass wir trotz der immer noch drückenden Hitze alle Fenster schließen. Sobald wieder frei Sicht ist werden sie heruntergekurbelt und uns begleitet ein lautstarkes Froschkonzert, welches auf Sumpfgelände hinweist. Irgendwann gegen 22.00 Uhr tauchen die ersten Vororte von Beira auf. Noch ausserhalb der Stadt starten wir an einem Campingplatz den ersten Versuch eine Übernachtung zu bekommen. Die Anlage ist groß und macht einen sauberen Eindruck. Da uns die angebotenen Lodges aber zu teuer sind, fahren wir weiter in Richtung Zentrum. Ein Hotel aus unseren Reiseunterlagen haben wir in die engere Auswahl gezogen. Es ist aber nicht so leicht zu finden und wir fahren in den Seitengassen des Stadtzentrums etwas orientierungslos umher. Plötzlich gestikuliert eine Gruppe junger Männer wild vom Straßenrand in unsere Richtung. Ich will anhalten um zu fragen was los ist, soll aber weiterfahren weil Dagmar der Meinung dass sie betrunken wären. Ich bin der Meinung, dass sie, weil muslimisch gekleidet, gar nicht betrunken sein können und halte an. Man macht uns darauf aufmerksam, dass wir eben verkehrt herum in eine Einbahnstrasse gefahren sind. Weil wir schon mal da sind fragen wir auch gleich nach dem Weg zum Hotel. Oh, das können sie uns keinesfalls empfehlen, wir sollen doch in das “Savoy” gehen. Ist gleich um die Ecke und sauber und preiswert. Wir müssen nur in die angezeigte Richtung fahren. Mein Einwand, dass wir da auch verkehrt durch eine Einbahnstrasse fahren, wird mit “ist alles halb so wild” abgeschmettert. Irgendwann gegen 23.00 Uhr können wir das Zimmer beziehen. Wir haben die einfachere Kategorie, mit Dusche und WC übern Flur gewählt – für uns völlig ausreichend. Wir beschließen den Tag bei Bier und Limo in einem Lokal mit dem Charme einer Bahnhofswartehalle, direkt neben dem Hotel.

25.01.03 Beira – Inhassoro

Usprünglich wolten wir noch weiter nach Norden fahren, aber da wir nicht wissen ob der Straßenzustand dazu taugt ein paar hundert Kilometer in diese Richtung (und zurück) zu bewältigen, geben wir dieses Vorhaben auf. Wir fahren bis zu Kreuzung bei Inchope und von dort Richtung Süden nach Inhassoro. Dort ist es recht ruhig. Das Strandhotel hat mehr oder weniger geschlossen und die uns nebenan angebotenen Unterkünfte sind auch nicht das Wahre. Schließlich quartieren wir uns in einer Hütte auf dem Campingplatz ein. Das Wasser des Indischen Ozeans hat Badewannentemperatur, von Erfrischung kann keine Rede sein.

26/27.01.03 Inhassoro – Tofo Beach

Von Inhassoro fahren wir zurück auf die Hauptstraße Richtung Süden, vorbei an Villanculos bis Inhambane. Unterwegs lernen wir die andere Seite der mosambikanischen Transportsitten kennen. Man sieht hier ja allenthalben hochbeladene LKWs, mit Plane verschnürt und noch Mensch und Getier obenauf. Auf einer schmalen Brücke hat sich ein solches Gefährt in das Geländer gedreht. Das Fahrzeug steht zwar noch auf den Rädern, aber vom Aufbau ist nicht mehr viel übrig. Die Ladung liegt herum, einige Stücke wurden bereits abgedeckt was das Schlimmste vermuten lässt. In Maxixe (sprich: Maschische) gibt es eine Fähre über die Bucht nach Inhambane. Wir könnten durch Übersetzen die Strecke nach Tofo Beach (Praia do tofo) abkürzen. Der Fahrpreis ist uns genauso rätselhaft wie die Frage ob überhaupt PKWs mitgenommen werden. Also gehen wir auf Nummer Sicher und und nehmen den Umweg zu Land über Lindela. Bereits Kilometer vor dem Ort führt die Staße durch endlose Kokospalmenhaine. Am Straßenrand sind alle paar Meter Kokosnüsse zu Pyramiden aufgestapelt, die auf ihre Abholung warten. Es ist ein kleiner Ort am Meer mit zwei Hotels, einigen Restaurants, einen Tauchklub und mehreren Backpackerunterkünften. Zuerst einmal stellen wir das Auto ab und suchen zu Fuß eine Unterkunft. Da wir 2001 schon einmal hier waren, interessiert uns natürlich zuerst was es an Bekannten noch gibt und was sich verändert hat. Hinter “Mordinos”, unserer damaligen Unterkunft ist ein weiterer Backpacker entstanden. Auch Dinos Bar gibt es noch, sie wurde inzwischen durch einen Anbau erweitert. Als wir vor zwei Jahren hier waren, hatte nebenan ein freundlicher Rastatyp namens Ingo eine kleine Kneipe, in der wir einmal zu Abend gegessen haben. Aber man scheint ihn hier nicht mehr zu kennen. Wir erkundigen uns nach einer günstigen Bleibe. Unter anderem wird uns “Fatimas Nest”, 300 m strandaufwärts empfohlen. Folglich begeben wir uns dorthin. Ein schwarzer Rastatyp begrüßt uns. Er kommt mir bekannt vor, und ich frage ihn ob er Ingo aus Angola ist, was er erstaunt bejaht. Wir quartieren uns für die nächsten Tage ein. Die Unterkünfte sind einfache zwei-Bett-Hütten. Sie stehen auf der Düne und sind auf Betonplatten aus ortsüblichen Palmwedeln errichtet. Die nächsten zwei Tage verbringen wir in Fatimas Nest mit Baden, Schnorcheln und Strandwanderungen. Am Abend geben wir uns die große Fischplatte im hiesigen Restaurant “Albatros”.

am Strand von Inhassoro Ingo an der Bar von Fatimas Nest, Tofo Beach Blick auf den Strand von Fatimas Nest

28./29.01.03 Tofo Beach – Zavala – Maputo

Das nächste Ziel auf unserer Reise ist Quissico/Zavala. Ein kleiner Ort ca. 5km Meer entfernt, in dessen Außenbereich unser Freund Antonio mit seiner Familie wohnt. Die meiste Zeit ist Antonio im 300 km entfernten Maputo, weil er dort als Busfahrer arbeitet. Nur wenige Tage im Jahr kann er im Dorf bei seiner Familie verbringen. Wir werden ihn also zu Hause nicht antreffen. Seine Familie im Dorf wollen wir aber auf jeden Fall besuchen. Hier ergeben sich jedoch zwei weitere Probleme. Wir werden uns kaum verständigen können, da er in seiner Familie als einziger deutsch spricht. Allerdings ist es mit meinen portugiesischen Sprachkenntnissen nicht weit her. Allenfalls “guten Tag” und “ein Bier” bekomme ich zusammen. Und Wort für Wort mit dem Wörterbuch ist auch nicht das Wahre. Weiterhin werden wir die Hütten seiner Familie nach unseren zwei Jahre alten Erinnerungen wohl kaum finden. Einige Kilometer nach dem Ort zweigte eine von vielen, gleichaussehenden Sandpisten nach links in den Busch ab und nach ein paar weiteren Kilometern mit etlichen Weggabelungen stehen seine Hütten. Wir erinnern uns aber, daß der Verkäufer, bei dem wir vor zwei Jahren Reis und Salz gekauft haben, deutsch spricht. Vor seinem Laden, einen Betonwürfel, sitzen ein paar Männer. Dagmar fragt forsch in die Runde “Spricht jemand von ihnen deutsch?” Und tatsächlich kommt eine etwas schüchterne Wortmeldung “Ja, ich”. Nach der Begrüßung bitten wir unseren Freund um Hilfe. Wir bräuchten ein Fahrzeug, das die Sandpiste bewältigt und einen Lotsen, der uns sicher durch den Busch geleitet. Ein Pickup ist schnell gefunden, er hat nur noch eine Wasserfuhre zu erledigen, dann kann es losgehen. Nur unser Führer kann im Moment nicht von seinem Geschäft weg. Erst in zwei Stunden hat er Mittagspause. Müssen wir eben warten. Nach kurzer Bedenkzeit schließt er aber das Tor vom Laden zu. Im Moment ist ohnehin nichts los, und für alle Fälle bleibt jemand sitzen, der Bescheid sagen kann. Wir fahren ungefähr so wie wir es in Erinnerung haben als der Wagen hält und uns verkündet wird “hier ist es”. Da stehen drei Rundhütten, aber so wie es jetzt aussieht hätten wir es nie wiedererkannt. Einzig an der gemauerten Wasserzisterne im Boden können wir uns orientieren. Seit unserem letzten Besuch wurden zwei Hütten abgerissen und ein paar Meter weiter neu aufgebaut. Auch der sauber gefegte Hof wurde verschoben.

Erdnuss- und Maniokernte für das Mittagessen a taste of paradise

Nach der herzlichen Begrüßung mit Antonios Frau, die keiner Worte bedurfte, ist mittels unseres deutsch sprechenden Freundes eine einfache Unterhaltung möglich. Wir beschließen zurück in den Ort zu fahren und mit unserem Auto wiederzukommen. Das letzte Stück Zufahrt war so schlecht nicht und müßte auch mit einem normalen PKW zu schaffen sein. Ohne Probleme schaffen wir das kurze Stück Buschpiste. Immer so steuern, dass die Wagenmitte nicht aufsitzt und bei weicherem Sand mit Schwung durch. Die letzten Meter gehen wir dann doch zu Fuß, da hier jede Menge abgebrochene Palmwedel herumliegen, die dem Keilriemen zum Verhängnis werden könnten. Wir übergeben unsere Gastgeschenke, zwei Koffer mit Kinderbekleidung. Mit Antonios Frau gehen wir auf das Feld um Erdnüsse, Maniok und andere Zutaten für das Mittagessen sowie Feuerholz für die Kochstelle zu holen. Unterwegs kommen wir bei verschiedenen Familien vorbei, mit denen unter Gelächter die letzten Neuigkeiten über den Besuch aus Europa ausgetauscht werden. Allgemeine Erheiterung löst auch mein Versuch aus, das Holz nach Art der Einheimischen auf dem Kopf nach Hause zu tragen. Nach dem Mittagessen verabschieden wir uns und es geht weiter nach Maputo.

Haltende Busse und auch unser PKW werden sofort von Händlern umringt Süsse Oliven, der Grundstoff für die Wein- und Schnapsherstellung

Nach einigen Telefonaten und anderen Umständlichkeiten kommt ein Treffen mit Treffen mit Antonio und seinem Bruder zustande, der ebenfalls als Busfahrer abeitet. Wir hatten gehofft, dass sich die Möglichkeit ergibt, mit ihm noch einmal in sein Dorf nach Zavala zu fahren. Er hat seinen freien Tag immer donnerstags, und dummerweise ist es gerade Donnerstag nachmittag. Um die Fahrt eine Woche zu verschieben reicht unsere Zeit nicht mehr aus, denn da geht schon unser Rückflug ab Johannesburg. Wenigstens können wir uns zu der Entscheidung beglückwünschen, dass wir unterwegs die Gelegenheit nutzten und dieses Stück Bilderbuchafrika besucht haben. In Maputo sehen wir kurz in Fatimas Backpacker hinein, der einen sauberen Eindruck macht, quartieren uns aber bei einem Bekannten ein. Er heist ist ebenfalls Antonio, und war wie sein Namensvetter in den 80iger jahren in der DDR. In einer Gartensiedlung am Stadtrand bewohnt er ein kleines Häuschen. Wie oft beginnt sofort nach unserer Ankunft das Bekochen. Frau Gloria richtet sofort die Feuerstelle auf der Terasse, für die Männer gibt es erstmal ein kühles Blondes, Marke 2M. Das Haus ist ein einfacher mit Bau mit Wellblechdach. In den warmen Nächten strahlen Dach und Mauern noch zusätzliche Hitze auf seine mitteleuropäischen Gäste. Nur mit weitgeöffneten Fenster ist etwas Schlaf möglich.

30.01.03 Maputo

Ein weiterer Bekannter in Maputo ist Rüdiger, ein Berliner den wir vor zwei Jahren kennengelernt haben. Er schlägt sich so recht und schlecht mit einer Bau- und Haustechnikfirma durch. Ist das Geld mal ganz alle, geht es für eine Weile nach Deutschland um etwas zuzuverdienen. Einmal fahren wir zum Restaurant Costa do sol, eine größere Gaststätte am gleichnamigen Strand am Rand der Stadt. Der Strand ist hier mit allen möglichen Unrat übersät. Getränkeflaschen, Kleidungsstücke, Schuhe und vieles anderes mehr liegt herum. Ein junger Mann der unsere skeptischen Gesichter sieht sagt lachend: “This is a plastic beach”. Origineller hätte man es nicht formulieren können. Einkaufen gehen wir im Supermarkt Shoprite oder auf dem mercado central – Zentralmarkt. Der Markt liegt neben dem Bankenviertel an einer fünfspurigen Straße. Auf der der mittleren Spur kann man sein Auto parken, so auch wir. Sofort werden wir von einigen Jungs bedrängt, die das Auto waschen oder bewachen wollen, was wir dankend ablehnen. Nur wenige Minuten dauert der Einkauf, doch als wir zurückkommen stehen einige Leute um unser Fahrzeug herum. Darunter ist auch ein uniformierter Herr der einen Fotoapparat in der Hand hält. Ich überlege welchen Vergehens wir uns schuldig gemacht haben, dass schon Beweisfotos angefertigt werden. Als wir uns als Wagenbesitzer zu erkennen geben, werden wir gefragt ob der Fotoapparat unserer sei. Ja, Marke und Ausführung stimmen schon überein. Wo war denn der Apparat zuletzt? In der Mittelkonsole hat er gesteckt – und die ist jetzt leer. Wir werden gebeten im Kofferraum nachzusehen, ob etwas fehlt. Aber es ist alles da, einschließlich meiner Spiegelreflexkamera. Die Türen sind alle verschlossen, Beschädigungen nirgends zu erkennen. Wir bekommen den Apparat zurück und man wünscht uns gute Weiterfahrt. Wer sich am Fahrzeug zu schaffen gemacht hat erfahren wir jedoch nicht. Als wir am Abend in unserem Quartier eintreffen, sitzen Antonio (der Busfahrer aus Zavala) und sein Bruder in der Stube und machen betretene Gesichter. “Es ist etwas passiert” wird uns geheimnisvoll mitgeteilt. Er hat einen Anruf von zu Hause bekommen. Im Dorf ist eine Hütte seiner Familie abgebrannt. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen, aber die Hütte ist hin. Da es ein ausergewöhnliches Ereignis ist, kann er kurzfristig frei nehmen um nach dem Rechten zu sehen. So verabreden wir uns für den nächsten Morgen an der Ausfallstraße Richtung Norden. An diesem Abend gehen wir noch einmal auf ein Bier aus. Der weg führt im Zickzack durch die Siedlung bis zu einer Bar an der vierspurigen Hauptstraße. Unter den Gästen treffen wir auch natürlich wieder einen Einheimischen der deutsch spricht.

31.01.03 Maputo – Zavala

Wie ausgemacht treten wir am Morgen zu viert die Reise nach Norden an. Vorbei geht es an Manica und Xai-Xai nach Quissico/Zavala. Auf den Landkarten heist der Ort Quissico, bei den Einheimischen Zavala. Er ist Hauptort des gleichnamigen Distriktes. Als Erstes nehmen wir den Brandschaden in Augenschein. Eine der drei Rundhütten ist komplett niedergebrannt, nur ein paar verkohlte Pfosten schauen noch aus dem Boden. Immerhin konnte Antonios Frau den untergebrachten Hausrat in Sicherheit bringen. Wir glauben, dass es nun sofort an das Aufräumen und Wiederaufbauen geht aber weit gefehlt. Zunächst muß sich Antonio vom Ortsvorsteher ein Dokument holen, dass die Wichtigkeit des Ereignisses bestätigt. Es ist bereits Mittag und er hat nicht viel Hoffnung ihn anzutreffen. Oft geht geht er eine Runde durch das Dorf und an beinahe jeder Hütte gibt es einen Wein oder Schnaps. Er ist also entweder unterwegs oder nicht mehr in der Lage ein amtliches Schreiben aufzusetzen. Trotzdem macht er sich auf den Weg. Die Kinder der Familie spielen mit Kokosnüssen die hier massenhaft vorhanden sind. Ich ernte selbst einige dieser Früchte um sie zu verzehren. Nach Art der Einheimischen wird mit einer Machete das eine Ende so bearbeitet, dass es sich wie ein Deckel abnehmen lässt. Kaum haben die Kinder mein Tun bemerkt, stehen sie in einer Reihe an um ihre Kokosnüsse ebenfalls öffnen zu lassen. Vom Nachbargrundstück bringen Frauen regelmäßig 10 Liter Glasballons auf dem Kopf vorbeigetragen, die Olivenschnaps enthalten. Damit hat es folgende Bewandtnis: Vor einigen Monaten ist Anotnios Vater verstorben. Der Tradition gemäß währt die Trauerzeit ein halbes Jahr. Das Ende wird mit einem großen Familienfest gefeiert. In wenigen Wochen ist es soweit. Die Getränke dazu werden selbst hergestellt. Zum Zeitpunkt unseres Besuches waren bereits über 100 Liter Olivenschnaps fertig. Die Destille lief aber immer noch auf Hochtouren. Gegen Abend kommt Antonio zurück. Sein Formular hat er nicht bekommen. Am nächsten Tag will er es noch einmal versuchen. Nach Einbruch der Dunkelheit sitzen wir im Schein der Petroleumlampe beisammen. Da dröhnt aus dem Dunkel des Waldes Trommelklang und Gesang zu uns herüber. Schon vor zwei Jahren hatten wir an gleicher Stelle so ein Erlebnis. Jetzt wollen wir die Gelegenheit nutzen uns das Ganze aus der Nähe anzuschauen. Wieder fragen wir Antonio:
“Was ist das?”
“Das ist Kirche.”
“Können wir uns das mal ansehen?”
“Ja, können wir.”
In stockfinsterer Nacht ziehen wir durch den Busch. Auf meine Frage, ob wir keine Lampe brauchen antwortet Antonio: “Ich bin eure Lampe”. Er marschiert vorneweg. Weil er ein sehr helles Hemd trägt, ersetzt er uns tatsächlich die Lampe um auf dem Pfad zu bleiben. Es ist gar nicht sehr weit. Nach nur etwa einem Kilometer haben wir unser Ziel erreicht. Vor einer Rundhütte steht eine Petroleumlampe. Darum herum ein Kreis von vielleicht 20 Personen. Im Kreis tanzen einige Leute um die Lampe herum. Dazu Trommeln, Singen und Klatschen. Ein junger Mann mit einem Umhang, auf dessen Rückseite ein Kreuz prangt, gibt den Ton an. Vorsichtig treten wir näher. Als man uns bemerkt werden sofort aus einer Hütte Plastikstühle herangetragen. Wir sollen uns doch bitte setzen. Die Vorstellung geht noch eine ganze Weile. Zum Schluß werden wir vorgestellt und der Grund unseres Besuches mitgeteilt. Durch die Finsternis geht es wieder zurück. Als wir zu ebener Erde in die Schlafsäcke kriechen wollen, werden wir von Antonio zurückgehalten. Wir sollen nicht im Freien sondern in der Hütte übernachten. Erstaunt fragen wir nach dem Grund:
Na, wegen der wilden die vielleicht in der Nacht kommen könnten.
Welche wilden Tiere?
Schlangen!
Wir müssen lachen, denn als wir ihn einmal fragten ob es in dieser Gegend gefährliche Tiere gibt, sind ihm nach einiger Bedenkzeit nur Schlangen eingefallen. Nicht dass er schon einmal eine gesehen hätte, aber der Vater hat davon erzählt.

Schnapsdestillation im Busch Die Großen sind für die Kleinsten zuständig

1.02.03 Zavala – Maputo

Am späten Morgen brechen wieder Richtung Maputo auf. Als Wegzehrung gibt es einen Topf mit Hühnchen. Für den Abend verabreden wir uns zum Abschiedsessen im Restaurant Costa do sol. Um es zu erreichen fährt man man die Küstenstraße von Stadtzentrum einige Kilometer Richtung Norden. Aber kurz nachdem wir aus der eigentlichen Stadt raus sind geht garnichts mehr. Auto an Auto in beiden Richtungen. Auto an Auto am Straßenrand. Darinnen und dazwischen Menschen über Menschen. Aus jedem Gefährt dröhnt eine andere Mucke. Junge Männer tanzen ausgelassen herum. Flaschen mit hochprozentigem Inhalt kreisen umher. Eine halbe Stunde dauert es, bis wir die Strecke zurückgelegt haben für die man sonst fünf Minuten braucht. Da wir in das Restaurant wollen, bekommen wir einen Parkplatz vor dem Lokal zugewiesen. Von der Terasse aus können wir den ganz normalen sonntäglichen Wahnsinn in Ruhe beobachten. Meine letzte Tagesaufgabe besteht darin, gegen Mitternacht unsere Gäste in den Randbezirken von Maputo abzusetzen. Wieder einmal Autofahren – in Afrika – nachts – soll man als Tourist nicht machen. Aber mit etwas Gelassenheit geht das schon.

Blick von derTerasse des Costa do Sol, der ganz normale sonntägliche Wahnsinn Maputo, bunt und dreckig

2.02.03 Maputo – Komatipoort – Nelspruit

Wieder in Südafrika

Die Rückfahrt verläuft unspektakulär. Am aufregendsten sind noch die Desinfektionsmaßnahmen gegen die Maul- und Klauenseuche am Grenzübergang Komatipoort bei der Wiedereinreise nach Südafrika. In Nelspruit nächtigen wir im Funky-Monkey-Backpacker, wo wir Tim wiedertreffen – ebenfalls ein Bekannter aus 2001.

3.02.03 Nelspruit – Pretoria

4.02.03 Pretoria

In Pretoria besuchen wir die City und das Vortrekkerdenkmal. Der letzte Ausflug führt uns in ein nördlich von Pretoria gelegenes Natuschschutzgebiet mit Kratersee.

Außenbereich Vortrekkerdenkmal in Pretoria Das Vortrekkerdenkmal Kratersee nördlich von Pretoria

5.02.03 Pretoria – Johannesburg

In Maputo haben wir als typisches Souvenier einen der allenthalben am Straßenrand angebotenen Tische erstanden. Drei mittig ineinander verschlungene Hölzer bilden die Tischbeine, welche als Dreibock aufgestellt werden. Obenauf kommt die Tischplatte – fertig. Wir haben ein etwas größeres Exemplar von etwa 1m Höhe erworben. Auf dem Flughafen Johannesburg kann man für fünf Euro seine Gepäckstücke in eine zähe Kunststofffolie einwickeln lassen. Auf diese Weise können Koffer und Taschen vor dem Aufplatzen oder anderen Beschädigungen geschützt werden. Ich erwäge auch unseren Tisch verpacken zu lassen und mit den anderen Koffern aufzugeben, um dieses lästige Handgepäck loszuwerden. Aber Dagmar sagt nein, wir haben sonst kein Handgepäck und den Tisch trägst du mal schön. Er passt wieder Erwarten in eines der Staufächer über den Sitzen.

6/7.02.03 Johannesburg – Paris – Frankfurt – Plauen

In Paris angekommen, müssen wir uns beeilen um den Anschlußflug nach Frankfurt zu erreichen. Aber wenn nichts dazwischenkommt sollte es zu schaffen sein. Vor dem erneuten Sicherheitscheck hat sich bereits eine längere Schlange gebildet. Da mittlerweile die Zeit drängt, werden die auf den nächsten Flug gebuchten Passagiere nach vorn gebeten – so auch wir – und ich mit bewussten Tisch unter dem Arm. Die Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals macht aber sofort eine abweisende Handbewegung – mit diesem, als Keule benutzbaren Etwas kommen wir nicht in das Flugzeug. Es folgt noch eine kurze kurze Diskussion, dass wir doch schon so aus Afrika gekommen sind und es in Johannesburg keine Probleme gab. Doch das ist nicht von Interesse, hier ist Paris und das gefährliche Teil kommt in die Gepäckaufgabe. Ich versuche dann noch an einer anderen zweiten Sicherheitsschleuse durchzukommen, doch die Mitarbeiter haben scheinbar alle die gleiche Ausbildung. Mir wird wieder die selbe Auskunft zuteil. Zu guter letzt kommt dann Dagmar, die schon halb im Flieger war wieder zurück und erklärt, dass unsere Maschine soeben gestartet ist. Nun haben wir wieder jede Menge Zeit. Zuerst geht es zum Air-France-Schalter wo wir unsere mißliche Lage darlegen. Die Umbuchung auf den nächsten Flug in zwei Stunden geht problemlos. Als wenig später die Gepäckannahme öffnet geben wir den Tisch ab. Nun noch ein Telefonat nach Plauen, da breits jemand nach Frankfurt unterwegs ist, der von unser Verspätung noch keine Ahnung hat.

11:14 25.02.2005